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Waldrapp NEWS 2009 11 09 GER   Erstellt am:09.11.2009

Johannes Fritz


Workshop in Syrien

Vom 1. bis 5. November 2009 fand in Palmyra/Syrien das dritte treffen der ‚Internatinal Advisory groug for Northern bald Ibises‘ (IAGNBI) statt. Das Waldrappteam nahm mit drei Vertretern (Johannes Fritz, Johannes Dietl, Markus Unsöld) daran teil. Inhalt des Meetings waren die internationalen Schutz- und Forschungsprojekte, insbesondere das Projekt in Syrien.

2002 wurden überraschend 7 Waldrappe in nahe Palmyra in Syrien entdeckt. Diese kleine Gruppe ist der letzte Rest der ehemals großen Brutkolonien im östlichen Teil des historischen Verbreitungsgebietes. Aktuell hat sich der Bestand auf vier (!) Vögel reduziert, die derzeit in Äthiopien überwintern, und hoffentlich noch einige subadulte Vögel an anderen, unbekannten Orten. Im Rahmen des Treffens hatte die türkische Delegation nach monatelangen Verhandlungen zugesagt, daß noch dieses Jahr sechs Vögel aus einer Brutkolonie in Birecik/Türkei nach Palmyra gebracht werden. Dort wurde bereits im Frühjahr nach Plänen des Waldrappteams eine Voliere errichtet, in der nun mit diesen Vögeln eine Brutgruppe aufgebaut werden soll.

Die in Palmyra erbrüteten Jungvögel sollen dann im Sommer zur Bestandsvergrößerung zu den Wildvögeln zugesetzt werden. Die Details dieser ‚Supplementierung‘ wurden im Rahmen des Treffens ausgearbeitet. Ob es noch zu diesem Versuch kommt ist offen und ob die Supplementierung gegebenenfalls noch etwas am Schicksal dieser letzten Wildvögel ändern kann ist auch mehr als zweifelhaft. Aber wir waren uns einig, daß man zumindest einen Versuch machen sollte. Das Waldrappteam plant gegebenenfalls vor Ort in Syrien bei der Umsetzung mit dabei zu sein.

Im Rahmen des Treffens wurde Johannes Fritz in das Komitee der IAGNBI aufgenommen. Zu den Mitgliedern und Inhalten der IAGNBI siehe die Homepage http://www.iagnbi.org/.

IAGNBI Treffen in Palmyra/Syrien, November 2009: von links Markus Unsöld (Waldrappteam), Johannes Fritz (Waldrappteam), Johannes Dietl (Waldrappteam), Christiane Böhm (Alpenzoo Innsbruck), Lubomir Pesce (Universität Prag); im Hintergrund die römischen Ruinen in Palmyra.




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